Reddit Secret Santa 2018

Jetzt habe ich es irgendwie schon wieder nicht geschafft, zumindest einmal im Monat einen Blogpost zu schreiben. Ich habe noch einen angefangenen Videospiel-Jahresrückblick und wollte auch noch was darüber schreiben, dass ich demnächst umziehe, aber irgendwie konnte ich mich bei beidem nicht aufraffen, die Posts fertig zu schreiben. Und natürlich sitze ich gerade in einer S-Bahn auf dem Heimweg und habe die angefangenen Dateien nicht bei mir. Dafür gibt es jetzt einen anderen Anlass, etwas zu posten. Wer es eilig hat, kann auch einfach nach unten scrollen, da habe ich ein Video, das die wichtigsten Punkte dieses Posts zusammenfasst.

Ich habe dieses Jahr zum dritten Mal beim Reddit Secret Santa, der wohl größten Weihnachtswichtelaktion der Welt, teilgenommen. Da man ab dem dritten Jahr auch international teilnehmen kann, habe ich zumindest mal angegeben, dass ich europaweit gematcht werden will. Weltweit wäre mir von den Portokosten und der Postlaufzeit etwas zu arg gewesen.

Selbst gezogen habe ich einen Österreicher, der sich für Lego, Star Trek und generell alles, was mit Raumfahrt zu tun hat, interessiert. Die coole Lego Saturn V war dann leider nicht im Budget und hätte derjenige wahrscheinlich auch schon gehabt. Deshalb war mein nächster Gedanke, die Star Trek Next Generation Brückencrew als Legofiguren zu besorgen.

Star Trek Next Generation Minifiguren von Minifigs.me

Der allererste Gedanke war, direkt bei Lego oder über Bricklink blanke Minifiguren zu kaufen und die dann selbst zu bemalen. Bei der Recherche, wie das aussehen könnte, bin ich über Minifigs.me gestolpert, die ganz viele verschiedene Minifiguren im Angebot haben. Die oben abgebildeten Star Trek Figuren wurden leider inzwischen aus dem Programm genommen (ich nehme an, aus rechtlichen Gründen), aber beim Stöbern bin ich darüber gestolpert, dass die eine ganze Raumfahrtkategorie haben, in der es zum Beispiel die verschiedenen Apollo Crews gibt. Entsprechend ist meine Wahl auf die Apollo 11 Crew inklusive einem schicken Hintergrund gefallen.

Apollo 11 Minifiguren von Minifigs.me

Das ist zwar etwas teurer, als ich ursprünglich geplant hatte, aber da ich jetzt einfach mal davon ausgehe, dass ich jemanden beschenke, der daran genau so viel Freude hat, wie ich, war es mir das absolut wert.

Wie es sich rausgestellt hat, war ich auch nicht der einzige, der tief in die Tasche gegriffen hat. Mein Santa - übrigens auch aus Österreich - hat es auch ein kleines bisschen übertrieben. Ein paar Tage, nachdem ausgelost wurde, wer wen beschenkt, habe ich auf Redditgifts eine Nachricht bekommen, ich möge doch bitte eine Freundschaftsanfrage auf Steam annehmen. Genau das habe ich dann auch am nächsten Tag getan und wurde prompt von meinem Santa angeschrieben.

Da musste ich mir dann erstmal die Frage anhören, ob man mir überhaupt noch eine Freude mit Spielen auf Steam machen kann, wo ich doch schon so viele (Stand heute sind es 919) habe. Ich habe versichert, dass mir alles, was ich auf meiner Wunschliste habe, eine Freude bereiten würde und habe noch ein paar Tipps gegeben, wen aus meiner Freundesliste man für genauere Fragen kontaktieren könnte. Und wie ich so bin, habe ich meinen Santa gefragt, ob er nicht zum BMT kommen möchte. Mal sehen, ob das was wird.

Screenshot aus The Shapeshifting Detective

Nach ein paar Tagen Ruhe, habe ich dann eine E-Mail von Steam bekommen, dass mir mein Santa The Shapeshifting Detective geschenkt hat. Sagte mir erstmal nichts, sah aber ganz cool aus: ein FMV-Detektivspiel mit dem Twist, dass sich der Protagonist in jeden der Charaktere, denen er im Lauf des Falls begegnet, verwandeln kann. Dadurch erfährt man allerlei Geheimnisse, die einem die Zeugen und Verdächtigen sonst nicht anvertrauen würden. Ich habe das Spiel inzwischen auch schon gespielt und fand es echt cool. Durch ein paar blöde Entscheidungen wurde ich nach zwei Stunden vom Täter überrumpelt, aber immerhin habe ich ihn am Ende doch noch hinter Gitter gekriegt. Laut einem Review, das ich gelesen habe, wird wohl für jeden Spielstand zufällig bestimmt, wer der Möder ist, also werde ich vielleicht nochmal einen Anlauf machen und dann versuchen, ein etwas weniger überstürztes Ende zu kriegen.

Das allein wäre jetzt noch kein Anlass für einen Blogpost. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ein paar Tage nachdem ich das Spiel bekommen hatte, hat mein Santa mir eine Trackingnummer der österreichischen Post zukommen lassen. Ich dachte mir, okay, da kommt nochmal eine Kleinigkeit dazu. Hätte nicht sein müssen, das Spiel allein war schon echt cool, aber über ein kleines Extra freue ich mich immer.

Screenshot aus EXAPUNKS

Tja, während das Päckchen unterwegs war, kam dann noch ein zweites Spiel über Steam, nämlich EXAPUNKS (nein, ich schreie nicht, das schreibt sich wirklich so). Sagt mir auch wieder gar nichts und ich hatte bisher auch keine Gelegenheit, das anzuspielen. Scheint aber wohl ein ganz cooles Hacker-Puzzlegame zu sein und hat auch einen Leveleditor und Steam Workshop Integration, was eine ganze Menge Spielzeit verspricht.

Tja, am Montag hat die österreichische Post mein Päckchen dann an Hermes übergeben und am Mittwoch hätte es ankommen sollen. Da ich wusste, dass ich am Mittwoch unterwegs sein würde, habe ich online darum gebeten, das Päckchen auf der Terrasse abzustellen. Als ich dann am Donnerstag Abend endlich daheim und durchaus etwas aufgeregt war, erwartete mich… kein Päckchen. Kate konnte sich auch nicht daran erinnern, etwas entgegen genommen zu haben. Der Anruf bei Hermes hatte in etwa den Informationsgehalt von angebranntem Toastbrot. Nur weil im Tracking steht, dass das Päckchen erfolgreich zugestellt wurde, müsse das ja nicht heißen, dass es auch wirklich schon da ist. Bis eine Abstellerlaubnis für den Fahrer sichtbar wird, könne das schon zwei Tage dauern. Ich solle mich also noch bis Freitag Abend gedulden und dann nochmal anrufen. Äh ja, Logik geht anders.

Also habe ich den halben Abend damit verbracht, durch den Garten zu stapfen und das Päckchen zu suchen. Zwischendurch war ich auch bei den Nachbarn, um nachzufragen, ob die was angenommen haben und die haben mir dann erzählt, dass bei ihnen in den letzten Tagen auch Päckchen von Hermes an den unmöglichsten Orten abgestellt wurden. Also weiter im Garten gesucht. Bei unerträglichen Temperaturen, noch unerträglicherem Nieselregen, schlammigem Boden und viel zu wenig Licht - selbst mit Taschenlampe.

Promobild zu The Christmas Chronicles

Irgendwann habe ich aufgegeben, mich in mein warmes Wohnzimmer gesetzt, auf Netflix The Christmas Chronicles (die ersten zwei Drittel sind ganz putzig, danach ist er mir etwas zu abgedreht) angeschmissen und nebenher Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie verpackt. Irgendwann beim vorletzten Päckchen und kurz vor Ende des Films musste ich dann nur eben was aus dem Keller holen. Der erfahrene Leser weiß, was jetzt kommt. Im Keller stand gut sichtbar ein kleines Päckchen mit einem Versandetikett der österreichischen Post.

Wie das da hin gekommen ist, kann ich nur noch grob rekonstruieren. Der Hermes Bote hat das wohl nicht wie gewünscht an die Terrassentür, sondern vor die Haustür gestellt. Irgendwann im Lauf des Nachmittags kam dann meine Mutter vorbei, um ein paar leere Kartons für den Umzug zu bringen, hat das Päckchen gesehen, mit nach drinnen genommen und zusammen mit ihren Kartons in den Flur gestellt. Als Kate ein paar Stunden später nach Hause kam, hat sie einen Stapel Kartons gesehen, nicht weiter darauf geachtet, dass der oberste nicht leer ist und alles zusammen in den Keller gebracht.

Das Auspacken wurde angesichts der Uhrzeit auf Freitag verschoben, da mich ohnehin jemand (du weißt, wer du bist) gebeten hatte, mal wieder ein Video aufzunehmen. Das Ergebnis will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Genießt den vielleicht letzten Blick auf mein altes Wohnzimmer.

Für alle, die sich das nach dem eh schon ziemlich langen Post nicht auch noch anschauen wollen, fasse ich mal zusammen: in dem Päckchen waren zwei kleinere, schön in Geschenkpapier verpackte Schachteln. In der ersten war Flip City, ein Deck Building Städtebauspiel, das mich vom Thema direkt an Concrete Jungle erinnert hat. Nachdem ich jetzt aber die Gelegenheit hatte, das Spiel mal anzuspielen, kann ich aber sagen, dass die Ähnlichkeiten da aber auch schon wieder aufhören. Die zentrale Spielmechanik von Flip City ist ein Deck mit Karten, auf denen Gebäude abgebildet sind, die der Reihe nach gebaut werden. Die Gebäude geben Geld, Siegpunkte, aber auch Unzufriedenheit. Wer zu gierig ist und zu viel auf einmal baut, dem kann es passieren, dass er alles, was er im laufenden Zug angesammelt hat, wieder verliert. Als zweite wichtige Mechanik hat jede Karte auf der Rückseite ein anderes Gebäude mit anderen Vor- und Nachteilen. Wer gewinnen will, sollte gut abwägen, ob er lieber neue Gebäude aus dem Vorrat kauft oder Gebäude im Ablagestapel auf die andere Seite dreht.

In der zweiten Schachtel waren dann noch ein paar Weihnachtsplätzchen, die zwar beim Transport ein bisschen gelitten haben, aber insgesamt ähnlich lecker sind, wie die von meiner Oma. Wer mich kennt, weiß, dass ich so ein Lob nicht leichtfertig von mir gebe.

So, nachdem ich jetzt viel mehr geschrieben habe, als ich eigentlich vorhatte, bleibt mir eigentlich nur noch, euch schöne Feiertage, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen, falls wir uns vorher nicht mehr sprechen. Ich werde die nächsten Tage noch ein bisschen für den Umzug und fürs BMT packen, aber insgesamt kehrt auch bei mir langsam Ruhe ein.

Nachtrag: Wie sich heraus stellt, hat mein beschenkter Österreicher wirklich schon die Saturn V aus Lego. Die Figuren sind heute angekommen. Ich hoffe er hat ganz viel Spaß mit den Figuren.